Marie-Luise Oswald ist Diplom-Pädagogin und gehört zu den ersten, die Analphabeten Zugänge zur Schriftsprache vermittelten.
Sie unterrichtete Analphabeten an der Volkshochschule Berlin-Tiergarten und war 1977 eine der Mitbegründerinnen des Arbeitskreises Orientierungs- und Bildungshilfe e.V. (AOB) in Berlin.
1980 erstellte sie, zusammen mit Horst-Manfred Müller, im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft eine der ersten Studien zur Alphabetisierung. So entstand das Buch "Deutschsprachige Analphabeten. Lebensgeschichte und Lerninteressen von erwachsenen Analphabeten". 1983 gründete sie mit anderen zusammen den Verein Lesen und Schreiben e.V. im Berliner Stadtbezirk Neukölln und wurde Geschäftsführerin des Vereins.
Sie setzte sich immer wieder für die Institutionalisierung der Alphabetisierung in Deutschland ein. Jahrelang engagierte sie sich als Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Alphabetisierung. 2007 wurde Marie-Luise Oswald im Schloss Britz die Neuköllner Ehrennadel verliehen. 2008 wurde sie als "Botschafterin für Alphabetisierung" auszeichnet.

Hier können Sie sich das Interview mit Marie-Luise Oswald anhören.